82 PROZENT GRÖNLANDS LIEGEN UNTER EIS

 

Ich schlafe wie ein Stein in der Polar Lodge. Ein Gästehaus, gelegen am Flughafen einer ehemaligen Militärbasis. Von dort aus geht es mit Air Greenland am nächsten Morgen weiter 250 Kilometer nördlich nach Ilulissat. Ich lasse mich in den Sessel meines Hotelzimmers zurückfallen, schaue aus dem Fenster direkt auf den Eisfjord Kangia, seit 2004 UNESCO Kulturerbe. Grönland, ein echtes Anti-Stress-Land, denke ich und bin glücklich darüber, mich für eine kurze Zeit verabschiedet zu haben von der üblichen Geschäftigkeit, die den Arbeitsalltag bestimmt. Die Menschen sind freundlich, entspannt und zugewandt. Viele Aussteiger auf Zeit sind darunter, die hier auftanken und Kraft sammeln.

 

ILULISSAT - EISBERGE UND SCHLITTENHUNDE

 

Entspannt ist auch Lars, unser heutiger Reiseführer, ein echter Grönländer. Mit ihm machen wir uns via Boot auf zu den Eisbergen in der Disko-Bucht. Jährlich strömen mehr als 46 Quadratkilometer Eis vom Ilulissat Gletscher in den Eisfjord. Oft mehrere 100 Meter breit.

Das Eis glitzert in der Sonne. Es bedeckt 82 Prozent Grönlands. Mit 2.175 600 Quadratkilometern ist die zu Dänemark gehörige Insel die größte der Welt (zum Vergleich: die Fläche Deutschlands beträgt 357.000 km²). Sie ist 2.650 Kilometer lang und bis zu 1.050 Kilometer breit. 85 Prozent der 55.000 Einwohner entstammen den Inuit, den Ureinwohnern.

So wie Lars. Er ist in Ilulissat geboren. Nein, weg möchte er aus Grönlands drittgrößter Stadt nicht. "Wir Grönländer lieben es, zusammenzurücken - mit der Familie, mit Freunden“, sagt der 33-Jährige. Seine Augen strahlen. Gründe zum Feiern gebe es hier immer. Man brauche dazu nur eine gute Gesellschaft, Kaffee und süße Leckereien. Alle „Zutaten“ vereint nennt man hier „Kaffeemik“. Die Begegnung mit Lars berührt mich. Ein leuchtender Moment.

 

DER HUNDESCHLITTEN - TANSPORTMITTEL SEIT 1.000 JAHREN

 

Mein letzter Tag auf Grönland ist gekommen. Das Wetter hat umgeschlagen. Die Sonne ist Wolken und Wind gewichen. Das Thermometer zeigt minus 22 Grad. Ich habe vorbeugend fünf Lagen übereinander angezogen. Reicht nicht, sagt Johannes, unser Hundeschlittenführer, und gibt mir einen Anzug aus Robbenfell. Gut, dass ich noch die Skibrille meines Mannes gegen den Wind eingepackt habe. Und dann geht’s schon los. Die 12 Schlittenhunde freuen sich, loszurennen. Munter preschen sie über das Inlandseis. Zwei Stunden lang. Seit 1.000 Jahren ist der Hundeschlitten im Winter ein wichtiges Transport- und Fortbewegungsmittel der Ureinwohner. Der Wind peitscht in mein Gesicht. Wie klar die Luft ist. Weiter Blick, wacher Geist, wohlige Seele. So fühlt sich Glück an. (Reise wurde privat bezahlt)

https://visitgreenland.com

Impressionen aus dem Eis