Was ist anders, wenn man mit Ende 40 Mutter wird?

Ich bin ja nicht nur spät Mutter geworden, sondern auch noch alleinerziehend. Klar, hätte ich manchmal das Bedürfnis, auch mal auszubrechen. Es ist normal, dass man sagt: Ich kann nicht mehr. Bei mir ist es aber nicht mehr so ausgeprägt. Ich bin gesattelt. Habe alle Partys gefeiert, die ich wollte. Viel von der Welt gesehen. Madagaskar, Australien, Vietnam, ein Sabbatical in Afrika gemacht. Diese Lebenserfahrung kann und möchte ich nun in die Erziehung meiner Tochter einbringen. Und ihr die Welt zeigen, die ich kennenlernen durfte.

 

Wo würde es als erstes mit Emmi hingehen?

Ich habe ihr ja Afrika so schmackhaft gemacht. Weil ich selber eine Passion für das Land habe. Die Natur, die Düfte, die Tiere. Ich erzähle ihr viel davon. Sie saugt es richtig auf und möchte unbedingt mit mir dort hin. Mal schauen, ob wir das realisieren können.

 

Wie profitiert Emmi von deiner Lebenserfahrung?

Mein Leben ist gelebtes Leben. Ich gebe keine Theorie weiter, sondern versuche ihr schon, meine Werte zu vermitteln.

 

Welche Werte sind das?

Umgang mit Ressourcen. Umgang mit Menschen. Ich will sie nicht überfrachten, doch ihr eine Verantwortung für die Umwelt jetzt schon zu vermitteln.

 

Wie merkst du, dass es fruchtet?

Indem sie zu ihrem Vater sagt: Papa, wir müssen Wasser sparen! Papa, wir dürfen keine Strohhalme nehmen, die landen im Meer. Das erzählt er mir und ich freue mich dann.

 

Welches sind die drei wichtigsten Werte, die du ihr vermittelst?

Empathie, Mitmenschlichkeit, Naturverbundenheit.


 

 

 

Mit Franziska bin ich seit vielen Jahren befreundet. Zum Interview haben wir uns bei ihr zuhause in Hamburg getroffen. Herzlichen Dank für dieses so offene Gespräch, liebe Franzi!


Wenn du einmal einen ganzen Tag mit Emmi hast, wie verläuft er?

Wir wachen früh auf. Dann wird gefrühstückt. Geht sie nicht in die Kita, dann geht’s raus. Gern auf den Spielplatz. Ich rutsche dann immer mit. Das ist einfach noch das Kind in mir. So manche junge Mütter gucken mich dann komisch an. Die sind da nicht so in Aktion.

 

Wie ernährt ihr euch?

Ich versuche, immer frisch zu kochen. Ab und zu mal Süßigkeiten.

 

Und was passiert abends?

Von 17 Uhr an leben wir feste Rituale. Dann gehe ich auch nicht ans Telefon. Das wissen mittlerweile Freunde und Familie. Abendbrot, Baden, Spielen, Geschichte vorlesen, gemeinsames Kuscheln im Bett. Ich singe Emmi in den Schlaf. Manchmal schlafe ich gleich mit ein, weil ich so kaputt bin vom Tag. Haben wir den komplett zusammen verbracht, bin ich schon ganz schön fertig.

 

Wie wichtig sind Rituale in eurem Leben?

Sehr wichtig. Weil Emmi dadurch eine Struktur bekommt. Struktur gibt auch Halt.

 

Wie gut ist Emmis Verhältnis zu ihrem Vater?

Sie ist jetzt in einem Alter, in dem sie fordert. Er ist zum Glück ähnlich. Offen und kindlich. Geht mit ihr gern in die Indoorspielplätze. Dann rutschen und schaukeln sie gemeinsam. Das Verhältnis zwischen den beiden ist sehr gut. Er ist ein lockerer bäriger Typ, der auf Menschen zugeht. Überhäuft sie mit Liebe. Verteidigt sie. Ist auch ein wenig ihr Bodyguard (lacht). Das genießt Emmi.

 

Wovon träumst du?

Gesund zu bleiben. Auf dem Land zu leben. Gern mit einem neuen Partner. Der auch meine Tochter liebgewinnt und ihr die so wichtigen männlichen Werte vermittelt.