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Greta Silver: "Jeder Mensch hat einen Glücksstern!"

                                                                                                          Fotos: Ann-Christine Krings

Sagt Greta Silver. 70 Jahre alt. Model, YouTube-Star und Buchautorin. Sie habe ich in Hamburg getroffen. Und mit ihr im ersten Teil meines Interviews über Freiheit, Mut und Wachsamkeit gesprochen.

Greta, was war das Mutigste in deinem Leben?

Das Mutigste war, mein Buch „Wie Brausepulver auf der Zunge“ zu schreiben. Da habe ich eine Ehrlichkeit an den Tag gelegt, zu der ich mich ein stückweit überwinden musste. Ich hatte zunächst im Manuskript beschrieben, was mir im Leben passiert ist und was ich daraus gelernt habe. Meine Agentin sagte: „Das versteht man so nicht. Du warst selbständig und sagst, du bis gemobbt worden. Du hast nur Abitur und vier Sterne-Hotels eingerichtet. Das kriegt man nicht zusammen. Kannst du nicht auch noch eine Biographie schreiben?“

 

Also habe ich mich hingesetzt und die Biographie geschrieben. Diese musste dann mit dem Manuskript verbunden werden und ich dazu tiefer in die Themen eintauchen. Dorthin, wo es weh tat. Freiwillig wollte ich da nicht so gern ran. In dem Moment erinnerte ich mich an die amerikanische Sozial-Forscherin Brené Brown, die bewiesen hat:

 

Unsere Verletzbarkeit ist gleichzeitig die Wiege für Schmerz, Scham, Leid, aber auch für Lebensfreude und Fülle. Schutzmauern, die den Schmerz verhindern sollen, bremsen leider auch die Freude im Leben. Das habe ich mir zu Herzen genommen. Ich wollte die ganze Bandbreite der Lebensfreude, also wurden alle Schutzmauern eingerissen. Der Damm ist gebrochen und das Buch ein Spiegel-Bestseller. Was kann mir noch passieren? Die ganze Wahrheit liegt bereits auf dem Tisch. Es fühlt sich erstaunlich gut an, zu seinen Ecken und Kanten, zu seinem Versagen und seinen Verletzungen zu stehen. Ja, es befreit.

 

Du sagst, du möchtest die Welt auf den Kopf stellen. Wie schaffst du das?

Die Welt auf den Kopf stellen heißt für mich in erster Linie: raus aus der Norm! Ich habe gesellschaftlich früher sehr angepasst gelebt. War nie ein Hippie oder 68er. Aber heute betrachte ich die junge Greta mit 30 oder 40 als erstaunlich angepasst, in gewohnten Bahnen laufend.

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