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Taj Mahal: Zu Gast im Liebes-Palast

Am vierten Tag meiner Tour durch Nordindien bin ich in Agra angekommen. Und damit beim vorläufigen Highlight der Reise angelangt, meinem  unvergesslichen Besuch im Taj Mahal.

27. April, 5.20 Uhr. Sonnenaufgang über dem Taj Mahal. Noch ist es ruhig, als mein Guide Sheela und ich die Kontrolle passieren. Und dann liegt es vor uns: Taj Mahal, das vermutlich bekannteste Bauwerk Indiens - es gilt als das schönste der sieben Weltwunder unserer Zeit. Tränen rollen über mein Gesicht. Ich bin mehr als berührt und setze mich auf die Bank, auf der schon die 1997 verstorbene Prinzessin Diana am 11. Februar 1992 ganz allein saß. Es ist (noch) still.

 

Kein Bauwerk weltweit verbreitet das Flair aus 1.001 Nacht so eindrucksvoll wie das Taj Mahal. Als schönster Prachtbau muslimischer Architektur in Indien bekannt, wurde es zwischen 1631 und 1648 errichtet. Auf Initiative des fünften Großmoguls Shah Jahan der das Grabmal in Erinnerung an seine Frau schuf. Auf ihrem Totenbett, während der Geburt ihres 14. Kindes und dem Tode nahe, wünschte sich die Persische Prinzessin Arjuman Bano Begum ein Grabmal, wie es die Welt noch nie gesehen hatte. Shah Jahan selbst verbrachte seine letzten acht Lebensjahre als Gefangener seines machthungrigen Sohnes Aurangzeb in Agra, mit Blick auf das Taj Mahal. Seine älteste Tochter Jahanara, die seit dem Tod ihrer Mutter die Aufgaben der ersten Dame bei Hofe erfüllt hatte, pflegte ihn aufopfernd. Nach seinem Tod im Jahr 1666 wurde der Großmogul an der Seite seiner verstorbenen Lieblingsfrau Mumtaz Mahal beigesetzt.

 

Weiter geht’s zum Itimad-ud-Daula-Mausoleum,  in den Jahren zwischen 1622 und 1628 von Nur Jahan, der Hauptfrau des Mogulherrschers Jahangir, für ihren Vater Mirza Ghiyas Beg errichtet. Das Prachtstück der Mogularchitektur, gilt als Vorläufer des Taj Mahal und wird deshalb im Volksmund auch „Baby -Taj“ genannt.

 

Hier machen Sheela und ich  eine kleine Pause, kommen ins Gespräch. Die 35-Jährige erzählt.  Dass sie nach dem Englisch- und Geschichtsstudium eigentlich zur Armee wollte, es ihrem in Agra stationierten Vater gleichzutun. Dann verliebte sie sich in ihren späteren Ehemann. Ihm zuliebe gab sie diese Pläne auf, heiratete, bekam zwei Kinder, heute 10 und vier. Mit Passion arbeitet sie hier in Agra als Reiseführerin. Unterstützt vom Mann und der Familie. Heute sagt sie: „Mein Mann war mein Schicksal. Ich bin so glücklich und genieße das Leben - beruflich und privat. Ich bin stolz, eine Frau zu sein.“ Zum Abschied nehmen wir uns herzlich in die Arme und versprechen uns: „Wir sehen uns wieder.“

 

 

 

 

Am Abend mache ich mich auf mit Guide Amit zu einer Foodtour durch Agra. Ich probiere u.a. Chole Bhatura. Dieses Punjabi-Gericht ist eine Kombination aus würzigen weiße Kichererbsen und einem gebratenen Brot aus Weichweizen, begleitet von z.B. Zwiebeln, Möhren, Gurken und grünem Chutney. Ein Tag voller kultureller, emotionaler und kulinarischer Highlights geht zu Ende. Good Night, incredible India!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Astrid Braun (Freitag, 31 Mai 2019 08:11)

    Du berichtest und schreibst wunderbar ! Ich bin stolz, dass ich dich kenne ‚�

  • #2

    Mutti und Papa (Freitag, 31 Mai 2019 18:17)

    Das hast du sehr gut geschrieben . Wir sind stolz auf dich .