· 

„Es ist die schönste Aufgabe, Menschen weiterzuentwickeln.“

Sagt Constanze Leißling, Trainerin und (Lebens)Coach. Mit der 50-Jährigen habe ich u.a. über Angst und Alleinstellungsmerkmal, über alte Muster und neue Wege sowie über Empathie und Ehrenamt gesprochen.

 

Constanze Leißling traf ich zum Gespräch im Café Hosch am Hamburger Poelchaukamp.

Constanze, wie sind Frauen in der Mitte des Lebens heute aufgestellt?

Constanze Leißling: Das ist unterschiedlich: Es gibt Frauen, die ganz traditionell nach ihrer Ausbildung heiraten, Kinder bekommen, Hund, Einfamilienhaus etc. Die stehen nach einer Trennung häufig allein da und haben es schwer, sich neu zu orientieren. Schon weil ihnen die finanziellen Aspekte im Nacken sitzen und sie Angst haben, nicht allein überleben zu können.

 

Dann gibt es die anderen, die sich bewusst trennen. Weil sie beruflich einmal erfolgreich waren und sich entscheiden, wieder einen eigenen neuen Weg zu gehen. Kurzum: Trennung, Einstieg in neues Umfeld, in ein neues Leben sind die häufigsten Themen meiner Klientinnen. Auch jüngere sind darunter. Hier geht’s dann eher um das Thema Berufsfindung nach dem Studium.

 

Okay, ich habe mein Thema, mit dem ich dich kontaktiere. Was kannst du für mich tun?

Ich biete auf die individuelle Situation ausgerichtete Coachings an. Dazu starten wir zunächst mit einem kurzen Telefoninterview. Treffen uns dann auf einen Kaffee, oder ich besuche die Klienten zuhause. Dann schauen wir: Passen Sympathie und Persönlichkeit zusammen? Danach besprechen wir die ersten Schritte. Und los geht es in die Coachingsequenz. Sie beginnt stets mit einer Standortanalyse: Was habe ich bisher erreicht? Wo stehe ich jetzt? Was will ich eigentlich? Und was tut mir gut? Wie sieht meine Familienaufstellung aus? Wo können die nächsten Schritte und neuen Wege hingehen? Ich arbeite hier ganz gezielt auch mit der HBDI®-Analyse (www.hbdi.de): Damit lassen sich Denkpräferenzen leicht verständlich abbilden – Stärken und Potenziale werden sichtbar.


 

Zur Person:

Constanze Leißling wurde 1968 in Hamburg geboren. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Privatstudium der Psychotherapie. Sie arbeitet seitdem in dem Bereich Personal- und Führungskräfteentwicklung, u.a. als Ausbildungsleiterin bei Karstadt und Trainerin in der Mineralölbranche. Nach dem Ausstieg 2004 ist die 50-Jährige freiberuflich als Personalentwicklerin und (Lebens)Coach. Constanze liebt schnelle Autos und engagiert sich ehrenamtlich im Lions Club Hamburg-St.Pauli.

Foto: Leißling

 

Kontaktdaten:

Constanze Leißling

Personalentwicklung , Training und Coaching

21509 Glinde

Tel.: 0171-8624140 / 040-71402932 Mail: C.Leissling@t-online.de

Website: www.gl-training.com


"Meine Erfahrung, meine Ruhe, gepaart mit

 

meinem therapeutischen Ansatz

 

sind mit Sicherheit mein Alleinstellungsmerkmal."

Was unterscheidet dich von anderen Coachs?

Meine Erfahrung, meine Ruhe, gepaart mit meinem therapeutischen Ansatz sind mit Sicherheit mein Alleinstellungsmerkmal. Viele Trainer und Seminarleiter erhalten in der Ausbildung nur den fachlich methodischen Input. Bei mir steckt zusätzlich der psychotherapeutische Ansatz dahinter.

 

Was schätzt dein Umfeld besonders an dir?

Meine Freundin sagt immer, ich sei die zuverlässigste Person, die sie jemals kennengelernt hat. Ich bin empathisch, kann gut zuhören und entsprechend feinfühlig reagieren. Bin dazu sehr sachlich in meiner Art.

 

Wie entscheidend ist es, gerade an Wendepunkten im Leben mutig zu sein?

Ganz entscheidend! Ich selbst bin auch einmal an diesem Punkt angelangt, mutig sein zu müssen. Und stolz, dass ich mir ein neues Leben geschaffen habe.

 

Magst du davon erzählen?

Mich hat es genau so getroffen, wie manch andere Frauen auch. Mein Mann trennte sich von mir, erkrankte dann an Krebs. Ich habe ihn damals wieder zurückgenommen und mit ihm gemeinsam die Krebstherapie durchgestanden. Ein Jahr nach Ende der Therapie ist er dann doch wieder gegangen. Ich stand da und musste mein Leben erneut neu gestalten. Von diesem Moment an habe ich wieder richtig reingehauen und gedacht: So jetzt zeige ich dir, dass ich ohne dich besser leben kann. Ich hab’s geschafft und blicke fröhlich und ohne Groll zurück.

 

 

Man muss sein Unterbewusstsein

 

freiräumen, um offen für Neues zu sein."

 

 

Wie wichtig ist es, das Vergangene gedanklich und emotional abzuschließen, bevor etwas Neues beginnt?

Ganz wichtig. Man sollte sein Unterbewusstsein freiräumen, um offen für Neues zu sein. Altlasten müssen sozusagen symbolisch begraben werden. Das machen wir im Coaching auch, indem wir sinnbildlich an eine Stelle gehen, wo die Klientin mit dem Partner, der Familie oder im Beruf besonders glücklich und zufrieden war. Dann kann man dort einen Stein vergraben und sagen: So, jetzt lasse ich das hinter mir und gehe einen neuen Weg. Ich habe auch schon mal mit einer Klientin einen Karton Fotos vergraben.

 

Wie freust du dich innerlich darüber, Klientinnen zu helfen, ihren Weg und Glück (wieder)zu finden?

Für mich ist es die schönste Aufgabe, Menschen zu helfen, sich weiterzuentwickeln. Ein neues Leben mit zu begleiten und zu erfahren, dass es ihnen gut geht. Wenn sie sich irgendwann nicht mehr melden, dann weiß ich: Es hat geklappt.

 

Hast du ein Beispiel?

Im Jobcenter habe ich einmal Bewerbungs-Coachings gegeben. Auch eine junge alleinerziehende Mutter von drei Kindern ohne Berufsausbildung betreut. Sie schaffte es, eine Teilzeitausbildung zu machen und ist heute Filialleiterin in einem Drogeriemarkt.

 

Wie ist dein Leitspruch für dein Leben?

Sorge dich nicht - lebe! - frei nach Dale Carnegie. Ich war immer ein positiver Mensch und habe nach vorn geguckt. Ich tue Dinge, die mir gut tun. Das, was ich in mir habe, möchte ich weitergeben. Auch über das Ehrenamt. Als Mitglied des Lions Clubs Hamburg-St. Pauli kümmere ich mich dort u.a. um Flüchtlingskinder. Versuche Patenschaften zu vermitteln, mache Bewerbungscoachings. Es ist ein schönes Gefühl, soviel Dankbarkeit zurückzubekommen.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0