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Zum ersten Mal Mutter mit 47: "Emmi ist mein Himmelsgeschenk!"

Sagt Franziska. Die 51-Jährige wurde vor vier Jahren Mutter der kleinen Emmi. Ihr Kind zieht sie allein groß. Ein Interview über Schlaflosigkeit und Struktur, Kuscheln und komische Blicke, über Empathie und Endlichkeit.

 

Franzi, wie glücklich bist du mit deiner Tochter?

Franziska: Sehr glücklich.

 

Was macht euer Glück aus?

Das Miteinander. Freut sich mein Kind, freue ich mich auch. Auch über die kleinen Fortschritte in ihrer Entwicklung.

 

Worüber zum Beispiel?

Darüber, dass sie sich einen Schuh zubinden kann. Und über jede Nacht, in der sie durchschläft.

 

Wie war es, als du die Nachricht erhieltst, dass du schwanger bist?

Eigentlich hatte ich nach mehreren Fehlgeburten mit dem Thema abgeschlossen. Mir gesagt: Okay, wenn es auf natürlichem Wege nicht geht, dann nicht. Dachte, jetzt kümmere ich mich nur noch um mich. Dann ist es passiert. Ich glaubte zuerst, ich sei in den Wechseljahren. Ich hatte Angst und deshalb viele Untersuchungen machen lassen. Langsam kam die Freude. Ich konnte es erst gar nicht glauben, in dem Alter noch Mutter zu werden. Habe es als Himmels- und Gottesgeschenk gesehen. Und mir gesagt: Ok, das ist jetzt meine Aufgabe - und die nehme ich an. Aus der Liebe heraus. Aber ehrlich gesagt: Es ist der schwerste Job meines Lebens. Du denkst nur an das Hier und Jetzt.

 

Blicken wir trotzdem mal nach vorn: Wo möchtest du in zehn Jahren mit Emmi sein? Sie ist dann 14 und du bist 61 Jahre alt.

Es liegen dann hoffentlich noch 30 Jahre eines spannenden Lebens vor mir und Emmi ist aus dem Gröbsten raus. Ich hoffe, sie entwickelt sich zu einer offenen kleinen Persönlichkeit, mit der ich nicht allzu viele Reibereien habe. Ich erhoffe mir auch, dass ich durch Emmi länger jung bleibe. Mitbekomme, welche Musik dann „in“ ist und bin gespannt, wie die Jugend später so tickt. Ich gehe dann zum „FaltenROCK“ und Emmi in den Club. Ich fände es toll, wenn sie eine Mischung würde aus Ronja Räubertochter, Pippi Langstrumpf und einem Mädchen, das schon viel von der Welt gesehen hat. Das Kosmopolitische durfte auch ich als Kind erleben, da mein Vater beruflich viele Einsatzorte im Ausland hatte.

 

Zurück ins Hier und jetzt: Du bist Halbfranzösin und erziehst deine Tochter zweisprachig. Was bedeutet das?

Es ist eine viel natürlichere Art, eine Sprache zu erlernen. Mit der Sprache möchte ich ihr auch ein wenig französische Kultur vermitteln. In Frankreich wird alles ausprobiert. Einfach mal etwas wagen...

 

...und mutig sein?

Ja, Mut ist wichtig. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Mutig sein heißt für mich, Dinge zu tun, die ich für richtig halte und immer auf die innere Stimme zu hören. Unabhängig davon was die anderen denken. Auch wenn man damit ein Risiko eingeht zu scheitern, anzuecken oder erstmal Nachteile entstehen.

 

Wie mutig ist es, mit 47 Jahren Mutter zu werden?

Sehr mutig. Es dreht dein Leben radikal. Häufig bin ich mit dieser Entscheidung auf Unverständnis getroffen und musste mich rechtfertigen. Auch unter Freunden. Es ist nicht einfach, war aber 100 Prozent richtig. Und manchmal komme ich an meine Grenzen. Dann ist es zum Beispiel auch mutig zu sagen: Ich beantrage eine Kur. Und kämpfe notfalls dafür. Damit es meinem Kind und mir gutgeht. Ich hab's gemacht. Dafür vor fremden Menschen meine Seele geöffnet und über meine Herausforderungen, Ängste und Sorgen gesprochen. Das ist eine andere Art von Mut. Um das Beste für meine Tochter und mich zu erreichen.

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