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"In Deutschland sollte mehr gelacht werden" - Interview mit Stand-up Comedian Ingrid Wenzel aus Berlin

                                                                                                                                     Foto: Wenzel

2013 fing sie in Hamburg als DJane an. Seit 2017 arbeitet Ingrid Wenzel von Berlin aus als Stand-up Comedian, Moderatorin, Autorin und Illustratorin. Im „Vapiano“ am Berliner Hauptbahnhof habe ich mit der 30-Jährigen über Kriegsschiffe, Comedy im Waschsalon und Kunst als Ausgleich gesprochen.

 

Ingrid, was haben sich deine Eltern dabei gedacht, dir diesen Vornamen zu geben?

Ingrid Wenzel: Das frage ich mich auch. Meine Mutter hatte ‘ne Puppe, die hieß Ingrid. Wäre ich ein Junge geworden, hätte ich wohl Herwig geheißen. Aus der Nibelungensage. An meinem Namen mag ich, dass er skandinavisch ist. Wenn ich’s in Deutschland vermassle, gehe ich nach Schweden ins Exil...

 

Verrate uns mal: Wie wird man Comedian?

Durch ganz viel harte Arbeit. Comedian wird man nicht, indem man seine Gags am Schreibtisch verfasst, oder nur Freunden erzählt, sondern auf die Bühne geht und das ausprobiert.

Ausprobieren heißt auch improvisieren?

Nein, improvisieren kannst du immer noch lernen, das ist ein anderes Handwerk. Auf den Ernstfall musst du vorbereitet sein. Dass du einen Blackout hast, jemand etwas reinruft, die Leute nicht sofort lachen.Damit umzugehen, funktioniert nur mit Übung.

                                                                        Foto: Sergey Sanin

Wann und wo war dein erstes Mal?

2013 in der Berliner Scheinbar, einer ganz wichtigen Institution in der deutschen Kleinkunst. Mit der längsten offenen Bühne Deutschlands. Da kannst du vier oder fünf Tage pro Woche hingehen und sagen: Hier will ich heute auftreten.

 

Worüber hast du damals in der Scheinbar geredet?

Über Wassergymnastik. Die habe ich in der Uni gemacht. Da waren immer nur Frauen und ein Mann. Das fand ich komisch. Sieben Minuten Comedy auf der Bühne über Wassergymnastik. Und es war keine Vollkatastrophe. Die Leute haben zum Teil gelacht. Es war aber nicht das, was ich wollte.

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