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Katja Sterzenbach fragt: Wie laut ist Stille?

Gedanken von Katja Sterzenbach, Sport- und Sozialwissenschaftlerin. Sie ist Personal Coach für Führungskräfte und hält Vorträge zu den Themen Achtsamkeit und ganzheitliche Gesundheit.

 

Schon im 17. Jahrhundert erklärte der Philosoph Blaise Pascal, dass Menschen sich unglücklich fühlen, weil sie nicht mehr in der Lage sind, ruhig und still in einer Stube zu sein. Heute ist es noch viel extremer. Dazu brauchen wir nur auf die Straße zu gehen. An der Bushaltestelle, in der Füßgängerpassage, im Restaurant beim Essen ja und selbst beim Autofahren sind die Augen auf das Telefon gerichtet. Menschen von damals würden uns für verrückt erklären. Recht hätten sie. Nein, es ist überhaupt nichts falsch daran zu kommunizieren. Die Frage ist nur, wie und in welcher Dosis wir es tun. Oft verschwenden wir zuviel Zeit unseres Lebens im Aussen.

 

Langfristig gesehen, macht es uns genauso unglücklich, wie die Menschen vor 350 Jahren.

Stille hat für mich persönlich nicht nur etwas mit Geräuschen im Aussen zu tun. Vielmehr entsteht die Stille in mir selbst. Es ist die Abwesenheit von Lärm in meinem Inneren. Stille hat für mich persönlich nicht nur etwas mit Geräuschen im Aussen zu tun. Vielmehr entsteht die Stille in mir selbst. Am besten funktioniert es für mich mittlerweile beim Meditieren und wenn ich tanze - egal ob allein am Strand oder zusammen mit anderen Menschen in meinen Events. Da sind keine Erwartungen, Ablenkungen und Ungededuld sondern tiefes Vertrauen!! In dieser Stille kann ich mir selbst begegenen. Und das ist das Herausfordernste, was es in unserem Leben als Mensch gibt.

 

Deshalb haben die meisten Menschen Angst vor der Stille. Besonders ausgeprägt ist es im Teenageralter, da wird sie meist mit Langeweile gleichgesetzt. Doch auch ältere Menschen haben dieses Gefühl noch und lenken sich (meist unbewusst) ab um nicht nach Innen zu schauen und Frust zu erkennen. Dabei ist es das größte Geschenk, was wir uns selbst geben können. Denn nur so erkennen wir, was unsere wirklichen Bedürfnisse sind und was uns gut tut. Denn dauerhaft macht uns innerer Lärm frustriert und krank.

 

Ja, es stimmt, es ist relativ. Jeder hat eine andere Wahrnehmung und eine andere Grenze des Empfindens. So kann zum Beispiel das Summen einer Mücke als lauter und stressiger empfunden werden als der Lärm der Flugzeuge am Flughafen, wenn wir in Vorfreude unser Ticket in der Hand halten.

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